Erneuerung und Erweiterung Bergasthaus Oberdorf
Im Sommer/Herbst 2008 bauten wir für unsere Gäste ein umfassendes Dienstleistungszentrum im Oberdorf mit:
- Schnee- und Apérobar 'Funi'
- 'Säntis-Stübli' mit Cheminée
- Gemütliches Restaurant mit 260 Plätzen
- Grosse Sonnenterrasse
- Gruppen- und Familienunterkünfte
- Verpflegungsraum für Schüler
- Sportshop für Skimieten und schnellen Wachsservice
- Wirtewohnung
Baufotos
Wie kam es zu diesem umfassenden Projekt?
Das alte Berggasthaus stammt aus dem Jahre 1974 und die angebaute ehemalige Bergstation der Seilbahn ist bereits über 70 Jahre alt. Eine dringende Sanierung war insbesondere in den Bereichen Küche / Sanitäranlagen / Kühl- und Tiefkühlanlagen / Brandschutzmassnahmen / Isolationen / Dämmungen unausweichlich. Zudem hatten wir aufgrund des erfreulich steigenden Gästeaufkommens je länger je mehr Probleme im gesamten Betriebsablauf.
Die Kostenschätzung der Architekten für die umfassende Sanierung des Berggasthauses belief sich auf ernüchternde 2,3 bis 2,7 Millionen Franken. Diese für uns überraschend hohe Summe, der für den Gast kaum ein Mehrwert gegenüber stand, bewog uns dazu, das Projekt komplett neu aufzugleisen und quasi bei Null zu beginnen. Wir stellten uns folgende grundsätzliche Fragen:
Wie sind die Gästebedürfnisse effektiv?
Wie sieht die Zukunft aus?
Welche Erfahrungen haben wir in den letzten fünf Jahren mit der integrierten Gastronomie gemacht?
Wie können wir alle anstehenden Probleme lösen und insbesondere auch für das Investment einen Return sicher stellen?
Diese Fragen beantworteten wir in einem „Betriebskonzept Berggasthaus Oberdorf“, dem danach ein „Businessplan Berggasthaus Oberdorf“ folgte.
Während diesen Arbeiten wuchs je länger je mehr die Überzeugung, dass wir mit einem breit gefächerten Dienstleistungszentrum Oberdorf, das verschiedene Angebote im selben Haus umfasst, den unterschiedlichen Ansprüchen unserer Gäste am Besten gerecht werden können. Dies sowohl aus betriebswirtschaftlicher als insbesondere auch aus unternehmungsstrategischer Sicht. Stichworte dazu sind „generelle Konkurrenzsituation“, „Kompetenz am Berg“, „Stärkung der Sommer- und Herbstsaison“, „warme Betten“.
So kamen zum bisherigen Gastronomieangebot folgende Angebotsteile hinzu: Ein separater Verpflegungsraum für Schüler und Jugendgruppen, eine Apéro-Bar Funi als Treff- und Ausgangspunkt, ein Säntis-Stübli, das etwas gehobereneren Ansprüchen an Küche und Service gerecht wird, Mehrbett- und Familienzimmer, eine Wirtewohnung für unsere engagierte Gastronomieleitung sowie ein Sportshop für den Mietbereich von Skis und Snowboards, den Verkauf von Accessoires sowie den schnellen Wachsservice.
Bei einer in Auftrag gegebenen Architektenstudie präsentierten uns drei verschiedene Büros ihre Ideen. Hierbei obsiegte das Toggenburger Büro Widmer + Partner, Wattwil, mit Jürg Mörtlseder als Projektleiter.
Einige Eckdaten des Projekts
- Der bestehende Gebäudetrakt mit dem Restaurant bleibt erhalten.
- Durch den Abbruch der alten Sesselbahn-Bergstation kann auf der Ostseite ein Neubau erstellt werden.
- Dieser Neubau tritt als markanter Kubus zwischen der Sesselbahn und dem bestehenden Berggasthaus in Erscheinung.
- Eine Erschliessungszone auf der Südseite verbindet alle Publikumsbereiche wie Restaurant, Terrasse, Empfang für Unterkünfte und WC-Anlagen im Untergeschoss.
- Die Dachform vom bestehenden Gebäudetrakt soll als einfaches Satteldach mit Dachausbauten vereinfacht und an den Anbau angeschlossen werden.
- Die Fassadengestaltung vom Anbau wird durch eine Fassadenverkleidung und den Fensterarten entsprechend der dahinter liegenden Nutzung gegliedert.
- Die Fassade des Neubaus wird in Naturschiefer realisiert und übernimmt damit quasi die Erscheinung des felsigen, imposanten Alpsteingebirges. Die gegenüberliegende Toggenburger Talseite mit der sanfteren, teils bewaldeten Erscheinung, wird im bestehenden Gebäudetrakt abgebildet. Dort sind Holz und Eternit in brauner Farbe die vorherrschenden Materialien.
- Der Anbau soll sowohl von der Sesselbahn wie auch von der Skipiste aus als Orientierungspunkt wahrgenommen werden.
- Das bestehende Gebäude soll von aussen wärmetechnisch nachgerüstet werden.
- Das Hauptrestaurant, das Säntis-Stübli als auch die Apéro-Bar Funi sollen weiterhin bedient werden. Als Self-Service Restaurant steht die Gamsalp zur Verfügung.
- Gesamtkosten von rund 7,5 Millionen Franken, finanziert je hälftig durch selbst erarbeitete Mittel und Fremdkapital.
Wir sind überzeugt davon, dass wir mit diesem zukunftsgerichteten Projekt einen weiteren Meilenstein im Obertoggenburg setzen können. Das Projekt ist
- zukunftsgerichtet (Stichworte dazu sind Saisonalität / Gästebedürfnisse)
- regional wichtig (Stichworte dazu sind Arbeitsplätze / Projekt mit Leuchtturm-Charakter)
- hilft mit, das bisherige Engagement der Aktionäre abzusichern (Stichworte dazu sind Diversifizierung / Umwegrentabilitäten)
Das neue Oberdorf wird anfangs Dezember '08 seine Tore öffnen und wir werden dann auch alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür einladen. Aufgrund einer Einsprache mit Rekurs konnten wir leider erst anfangs Mai anstelle wie geplant bereits anfangs April beginnen. Nichtsdestotrotz sind wir zuversichtlich, dass die tüchtigen Baufachleute die vorgegebenen Termine einhalten können und unseren Gästen das neue Dienstleistungszentrum im Oberdorf rechtzeitig zur Wintersaison 2008/09 zur Verfügung steht.















